Thorsten Süfke zum Projekt „Jesus Christ Superstar“

Thorsten Süfke, Ehrenpräsident des Landestanzsportverband Berlin

Thorsten Süfke, Ehrenpräsident des Landestanzsportverband Berlin

Thorsten Süfke (49), Bankangestellter, Ehrenpräsident und Kinderschutzbeauftragter des Landestanzsportverband Berlin e.V., Mitglied im SC Siemensstadt Berlin e.V. sowie im LSB-Landesausschuss für gesellschaftliche Verantwortung

 

Thorsten Süfke äußert sich in BewegtBerlin, Ausgabe 4-2025.

 

Ab Ende September werden in der Komischen Oper und auf dem Flughafen Tempelhof (Hangar 1) beim diesjährigen „Jesus Christ Superstar“-Musical 400 Mitglieder vom Landestanzsportverband Berlin und vom BTFB mit dabei sein. So kam es dazu: Während des andauernden Umbaus der „Stammhauses“ in Behrenstraße hat das Team der Komischen Oper Berlin sich vorgenommen, Opern, Operetten und Musicals in die Stadt und an besondere Orte zu bringen. Nach den erfolgreichen Community-Projekten der letzten Jahre, insbesondere der Inszenierung von Händel’s „Messias“ in Kooperation mit dem Chorverband Berlin und damit Berliner Laienchören im Herbst 2024, kam die Leitung der Komischen Oper Berlin im vergangenen Jahr auf uns, den Landestanzsportverband Berlin zu. Man wollte uns als Partner für das 2025er Projekt „Jesus Christ Superstar“ gewinnen, das – so die szenische Idee des Kreativteams – als Rockkonzert dargestellt wird. Und Tänzer/innen sollten und werden nun die Neben- sowie Statistenrollen einnehmen.

 

Solche Projekte sind ein starkes Zeichen für die Kooperationsmöglichkeiten in der Berliner Stadtgesellschaft. Aus meiner Sicht zeigen sie in besonderer Weise ein Miteinander von vielen gesellschaftlichen Akteuren. Und man kann gar nicht von „unterschiedlichen Gruppen“ wie den Kulturinteressierten oder den Sportler/innen sprechen, denn es gibt natürlich viele „Schnittmengen“. Wir sahen in der Ausschreibungsphase, wie viele Tanzbegeisterte und Mitglieder von Sportvereinen zugleich häufige oder gar Stamm-Besucher der Berliner Opernhäuser sind und nun einmal beides verbinden können, dabei „mittendrin“ sind. Und umgekehrt sehen wir auch viele Kulturinteressierte, die sich in ihrer Freizeit organisiert auch tänzerischen Vereinsangeboten widmen. Es gibt viele Gemeinsamkeiten…

 

Veranstaltungen jeglicher Coleur sind immer ein Spiegelbild der Arbeit und Leidenschaft in unseren Vereinen. Natürlich sind sie Werbung, die ich aber nie an direkt neugewonnenen Mitgliedern messen würde, sondern eher an der Wahrnehmung und Bedeutung unserer – fast immer – ehrenamtlichen Arbeit für den Sport. Wir bieten den Menschen so vieles, was man selten in Worte fassen kann. Shows, Events und auch Wettbewerbe funktionieren ohne Worte und zeigen nahbar und direkt, was den Sport ausmacht und wie er begeistern kann.

 

Viele Menschen nehmen Verbände immer noch und nur als „Träger“ des Leistungssports wahr – dabei haben mittlerweile alle (Landes-)Fachverbände ein mindestens ebenbürtiges, wenn nicht manchmal sogar zahlenmäßig größeres Engagement im Freizeit- und Breitensportbereich. Neuen und innovativen Impulsen sind manchmal finanzielle Grenzen gesetzt. Eine solche Zusammenarbeit mit der Komischen Oper Berlin ist da ein perfekter Ansatz: win-win für alle beteiligten Institutionen, ein tolles Angebot für unsere Mitglieder und eben ein starkes Signal für Kooperationen sowie eine Wertschätzung für den Sport und die Kultur in Berlin.

 

Mit rund 6.000 Mitgliedern sind wir zwar einer der kleineren Landesfachverbände im LSB Berlin und im Deutschen Tanzsportverband, aber wir sind einerseits einer der erfolgreichsten DTV-Landesverbände – vom Breaking-Nachwuchs bis hin zu den Masters-Weltmeistern – und andererseits im LSB vielfach vertreten, da wir in allen Belangen des Sports engagiert sind (von Schulwettbewerben und Kinderschutz bis zum Inklusions- und Seniorensport).

 

Die größten Herausforderungen, um auf diesem hohen Niveau mit so vielen Akteuren zu arbeiten: Zunächst war es die gefühlt hohe Anzahl von 500 tanzbegeisterten Menschen aus Berliner Sportvereinen, die dann aber gemeinsam (und ich hatte schon in den ersten Gesprächen der Komischen Oper Berlin vorgeschlagen, auch den BTFB als Partner-Sportverband anzufragen und einzubinden) schneller und einfacher „gefunden“ werden konnten. Dann die Konzeption und Organisation der ersten Proben. Es galt, die richtigen Zeitfenster zwischen Turnfest, Ende der Wettkampfsaisons, der Dauer der Sommerferien sowie den bereits terminierten Aufführungen zu finden. Die Proben-Wochenende galt es dann bestmöglich zu organisieren… Zum Glück wurde viel gelacht, alle hatten Spaß und Freude, so dass auch bei der größten Hitze alle mit großem Engagement bei den Proben dabei waren.

 

Ein gutes Show-Event sollte aus meiner Sicht mehrere Kriterien erfüllen: Entweder die hohe Professionalität, die wir alle jährlich z. B. beim „Feuerwerk der Turnkunst“ genießen dürfen, oder die Begeisterung und Freude der Mitwirkenden, wenn wir von Events im Breitensport sprechen.

 

Meine schönsten Erinnerungen/Momente bei einem Event im Zusammenhang mit dem BTFB: Bei den letzten beiden Turnfesten in Berlin waren wir mit dem LTV stets beteiligt und Partnerverband. Ob der Turnfest-Tanz 2005 im Olympiastadion und anderswo oder 2017 die Shows auf der Sportmeile (Straße des 17. Juni) bzw. auf der großen Bühne vor dem Brandenburger Tor – sie werden allen Berliner Tanzsportlern in Erinnerung bleiben, die dabei sein durften.

 

Als nächstes Event für den LTV stehen am 27. September die Deutsche Masters³ Meisterschaft 2025 in den Standardtänzen an, womit der Landestanzsportverband Berlin sportlich sein 70-jähriges Bestehen und mein Verein, der Ausrichter sein darf, seinen 125. Geburtstag feiert. Es wird die größte Tanz-DM des Jahres sein und die Titelfavoriten sind die dreifachen und amtierenden Weltmeister aus Berlin.

 

Das verbindet BTFB und LTV auch – beide Landesfachverbände feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag!

 

Obwohl sich beide Verbände seit Jahrzehnten sehr nahestehen, vieles miteinander abstimmen und wir auch immer wieder zusammen kooperieren, könnte es zukünftig vielleicht (mal wieder) eine jährliche gemeinsame Show-Veranstaltung geben.



Externe Links zum Artikel:
» Informationen zum Projekt "Jesus Christ Superstar"

Weitere Quellenangaben / Informationen zum Artikel:
Die Fragen stellte: Gritt Ockert | Foto: Fotomanufaktur Schnittfinke