Große Nachfrage für das Kinderturnen in Marzahn-Hellersdorf

In Ausgabe 3-2026 des BTFB-Verbandsmagazins BewegtBerlin spricht Beate Nietsch, Vereinsvorsitzende TOLF e.V., über die Herausforderungen im Kinderturnen und warum sie Kinder nach dem Kinderturnen im Verein halten wollen.

Zur Person

 

Beate Nietsch (44) ist Vorsitzende des Vereins TOLF Berlin und lizenzierte Übungsleiterin für Orientierungslauf, Eltern-Kind- und Kleinkindturnen sowie Kinderturnen. Beruflich ist sie bei einer Krankenkasse tätig.

Beate Nietsch, Vorsitzende TOLF e.V.

In unserem Verein in Berlin-Mahlsdorf wird hauptsächlich Eltern-Kind-Turnen, Freizeitfußball und Orientierungslauf betrieben. Unser Eltern-Kind-Turnen, das wir seit 2011 dreimal wöchentlich anbieten, ist ein spielerisches Bewegungsangebot, bei dem Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren gemeinsam mit ihren Eltern oder Bezugspersonen die Welt der Bewegung entdecken. Im Mittelpunkt stehen Spaß, gemeinsames Erleben und erste motorische Erfahrungen. In altersgerechten Übungen und Spielen lernen die Kinder grundlegende Bewegungsabläufe wie Balancieren, Klettern, Springen und Krabbeln – und stärken dabei gleichzeitig Motorik, Koordination und Körperwahrnehmung. Bei den Kindern kommen neue, unbekannte Bewegungsaufbauten besonders gut an – ebenso unsere weihnachtlichen Aufbauten zur Adventszeit. Zum festen und sehr beliebten Ritual gehört zudem unser Abschlussspiel am Ende jeder Stunde. Eltern fragen häufig nach Aufbauten mit dem Ball oder wünschen sich auch mal eine reine Ball-Turnstunde.

 

Anregungen für die Übungsstunden nehmen wir aus Trainerseminaren und Fortbildungen sowie dem Austausch beim BTFB, aus selbst erworbenen Aufbaukarten – und nicht zuletzt aus unserer langjährigen eigenen Erfahrung. Wir nehmen auch einmal im Jahr am „Tag des Kinderturnens“ der Berliner Turnjugend teil. Dabei bieten wir allen Eltern und Kindern die Möglichkeit, gemeinsam an einem Wochenende das Turnen auszuprobieren – und den Kita-Freunden zu zeigen, was wir in unseren Turnstunden alles machen.

 

Die Nachfrage nach unseren Angeboten ist sehr groß, wir haben eine lange Warteliste – in einigen Kursen liegt die Wartezeit sogar bei rund neun Monaten. Der Zulauf hält seit Jahren an, in den kälteren Jahreszeiten nimmt er sogar noch zu. Die Eltern sind sehr glücklich und aufgeschlossen, dass es dieses Angebot in ihrer Nähe gibt. Nur ganz selten können wir den Erwartungen einzelner Eltern nicht gerecht werden, etwa wenn diese eher in Richtung Leistungssport gehen.

 

Für uns ist eine große Herausforderung, der hohen Nachfrage mit nur zwei Übungsleiterinnen gerecht zu werden. Wir bieten das Kinderturnen – wie wohl die meisten Übungsleitenden – ehrenamtlich an, neben Vollzeitberuf und Familie. Das wird leider manchmal vergessen.

 

Schwierig ist zudem die Hallenvergabe im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Hallenzeiten für kleine Kinder werden nicht in dem Maße berücksichtigt wie für Vereine, die seit Jahren regelmäßig mit wenigen Teilnehmenden Hallenzeiten nutzen. So steht uns an einem Turntag nur ein Drittel der Halle zur Verfügung – obwohl eine deutlich höhere Nachfrage besteht und die Hallennutzung dies auch zulassen würde. Aber „es wurde halt schon immer so gemacht“…
Eines unserer Ziele ist es, dass Kinder dem Verein nach dem Kinderturnen erhalten bleiben, das fördern wir auch aktiv. Da mich die Kinder schon von klein auf kennen, entsteht ein großes Vertrauensverhältnis – sowohl zu den Kindern als auch zu ihren Eltern. Viele Kinder nehmen dann ab dem Grundschulalter am Orientierungslauf in unserem Verein teil.



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