Diese Kombination hat etwas ganz Edles, Erhabenes
Annika Seibel, Mitglied der legendären „Gruppe 2000“, blickt in Ausgabe 2-2026 des BTFB-Verbandsmagazins BewegtBerlin zurück auf das Erlebnis Olympische Spiele 2000 und erklärt ihre Sicht auf die „Faszination RSG“.
Die Olympischen Spiele 2000 …
… haben mir unheimlich viel bedeutet, auch für meine Lebensgeschichte. Vieles kann man erst Jahre später richtig greifen und verarbeiten, was man da alles erlebt hat. Und es gibt VIELE Momente, die ich noch genau vor Augen habe. Zum Beispiel: Beim Koffer runter tragen am Abreisetag ist mir der Koffer auf den Fuß gefallen und mein großer Zeh war angebrochen… perfekter Start :)), der Weg zum Flughafen mit ein paar Überraschungen, das Dekorieren unseres Hauses im Olympischen Dorf, die Trainingshallen und die runden Fenster zur Trainingsfläche, durch die auf keinen Fall eine Junge schauen durfte. die lange Suche nach der Waage, die Trainingsfläche neben der Wettkampfhalle, die 24/7 Mensa und die ganzen Sportler, der Moment, als wir in die Schwimmhalle kamen und alle dem Schwimmer Eric Moussambani zujubeln, der so langsam hinterher geschwommen ist, der Klamottentausch im Olympischen Dorf mit den anderen Athleten, die Abschlussfeier – und soooooo viel mehr… Alles ist bis heute prägend, das Team war meine Familie, dafür werde ich für immer dankbar sein.
Was ist so faszinierend an der RSG?
Die Ästhetik, Grazie… und für mich hat die Kombination aus Musik, Kostüm und diesen atemberaubenden Bewegungen etwas ganz Edles, Erhabenes.
Bist du der RSG oder dem Sport verbunden geblieben?
Seit 2004 war ich viele Jahre als Artistin sehr viel weltweit unterwegs, oft auch mit einigen ehemaligen Gymnastinnen. Mittlerweile weniger, aber auch mit 42 Jahren habe ich der Bühne noch nicht ganz goodbye gesagt. Meine letzte Show war letzte Woche. Aber es wird weniger und weniger, da mein Fokus bei meinem Label liegt.
Was hat dir die RSG-Zeit für dein weiteres Leben gegeben?
Disziplin, Durchhaltevermögen, Willensstärke… und bis heute arbeite ich daran, etwas sanfter zu werden und nicht immer funktionieren zu müssen. Was nicht einfach ist, weil der Leistungssport so viel in mir verankert hat, um tagein, tagaus diszipliniert zu sein.
Was sagst du zur Entwicklung der RSG in Deutschland heute?
Ich brauchte ein paar Jahre Abstand zur RSG und seit ein paar Jahren verfolge ich es wieder mehr und mehr, vor allem auf Instagram. Und ganz oft kommen mittlerweile viele Flashback-Momente hoch… Und ich finde es toll, dass einige ehemalige Gymnastinnen aus meiner Generation eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel, dass Anne Jung einige Choreografien macht.
Weitere Quellenangaben / Informationen zum Artikel:
Foto: Nancy Ebert
