Wissen und Erfahrung an die Jüngeren weitergeben
Welche Erfahrungen aus ihrer aktiven RSG-Laufbahn Karolina Raskina heute als Trainerin bei ihrer Arbeit helfen, sagt sie in Ausgabe 2-2026 des Verbandsmagazins BewegtBerlin.
Zur Person
Karolina Raskina (34) ist Trainerin für RSG und Leiterin einer Gymnastikschule; Charlottenburger TSV; bis 2011 war sie Gymnastin (OSC Berlin/TSV Schmiden) und wurde zehnmal Deutsche Meisterin.
Meine sportliche Laufbahn begann Ende der 1990er-Jahre und dauerte bis 2011. Zunächst trainierte ich beim OSC Berlin, den größten Teil meiner aktiven Karriere verbrachte ich jedoch beim TSV Schmiden. In dieser Zeit konnte ich zahlreiche Erfolge feiern und wurde zehnmal Deutsche Meisterin.

Heute widme ich mich mit großer Leidenschaft der Ausbildung junger Gymnastinnen. Besonders stolz bin ich darauf, dass mehrere Athletinnen, die ich trainiert habe, Deutsche Meisterinnen geworden sind und sogar an Olympischen Spielen teilgenommen haben. Auch meine Kinder gehören dem Bundeskader an, sodass die Rhythmische Sportgymnastik sowohl beruflich als auch privat ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist.
Was mich fasziniert
Die Rhythmische Sportgymnastik vereint auf einzigartige Weise Sport, Kunst, Musik und Ausdruck. Mich fasziniert besonders die Verbindung von höchster körperlicher Leistungsfähigkeit mit Kreativität und Eleganz. Jede Übung erzählt eine Geschichte und bietet die Möglichkeit, Emotionen und Persönlichkeit auf der Wettkampffläche auszudrücken. Genau diese Mischung macht unsere Sportart so besonders und begeistert mich bis heute.
Warum ich Trainerin geworden bin
Die Rhythmische Sportgymnastik hat mein Leben geprägt. Nach meiner aktiven Karriere war für mich schnell klar, dass ich meine Erfahrungen und mein Wissen an die nächste Generation weitergeben möchte.
Mich motiviert es, junge Sportlerinnen auf ihrem Weg zu begleiten, sie zu fördern und gemeinsam Ziele zu erreichen. Die Freude einer Gymnastin nach einer gelungenen Übung oder einem erfolgreichen Wettkampf ist für mich die größte Belohnung.
Meine Aufgaben als Trainerin
Heute arbeite ich hauptberuflich als Trainerin für Rhythmische Sportgymnastik und leite meine eigene Gymnastikschule. Dort betreue ich Gymnastinnen verschiedener Alters- und Leistungsstufen – von den ersten Schritten im Nachwuchsbereich bis hin zum Leistungssport.
Zu meinen Aufgaben gehören neben dem täglichen Training auch die Wettkampfplanung, die Entwicklung von Trainingskonzepten, die Choreografie der Übungen sowie die individuelle Förderung junger Talente. Es erfüllt mich, Kinder und Jugendliche auf ihrem sportlichen Weg zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben.
Worauf ich stolz bin
Als Gymnastin bin ich stolz auf meine zehn Deutschen Meistertitel und die Erfahrungen, die ich im Leistungssport sammeln durfte.
Als Trainerin erfüllt es mich besonders, dass mehrere meiner Athletinnen Deutsche Meisterinnen geworden sind und einige sogar an Olympischen Spielen teilnehmen konnten. Darüber hinaus bin ich stolz darauf, eine erfolgreiche Gymnastikschule aufgebaut zu haben und täglich junge Menschen in ihrer sportlichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen.
Mein Erfolgsrezept …
Ein echtes Erfolgsrezept gibt es nicht. Erfolg entsteht durch harte Arbeit, Disziplin, Leidenschaft und Vertrauen.
Mir ist wichtig, jede Gymnastin individuell zu fördern und gleichzeitig ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Kinder wohlfühlen und Freude am Sport haben. Hohe Ansprüche und Menschlichkeit schließen sich nicht aus – im Gegenteil. Wenn Motivation, Teamgeist und gegenseitiges Vertrauen zusammenkommen, entstehen oft die besten Ergebnisse
Zur Entwicklung meiner Sportart
Die Rhythmische Sportgymnastik hat sich in den vergangenen Jahren technisch enorm weiterentwickelt. Die Übungen sind anspruchsvoller geworden und das internationale Leistungsniveau ist beeindruckend hoch.
Positiv finde ich die zunehmende Professionalität und die Vielfalt moderner Choreografien. Gleichzeitig sehe ich kritisch, dass die Anforderungen stetig steigen und damit auch der Druck auf die Athletinnen wächst. Bei allen Leistungsansprüchen dürfen die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Freude am Sport nie aus dem Blick geraten.
Die Heim-WM in Frankfurt
Ich freue mich sehr auf die Weltmeisterschaft in Frankfurt und werde vor Ort sein.
Bereits bei der Weltmeisterschaft 2023 in Valencia durfte ich miterleben, wie Darja Varfolomeev ihren ersten Weltmeistertitel gewann. Das war ein ganz besonderer und emotionaler Moment für die deutsche Rhythmische Sportgymnastik.
Die Heim-WM möchte ich mir deshalb keinesfalls entgehen lassen. Ich kenne Darja auch persönlich, bin ein großer Fan von ihr und drücke ihr und dem gesamten deutschen Team fest die Daumen. Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land ist etwas ganz Besonderes und eine großartige Chance, unsere Sportart einem breiten Publikum zu präsentieren.
Weitere Quellenangaben / Informationen zum Artikel:
Foto: privat