Pure Freude und Stolz über die Entwicklung der RSG

Was faziniert den ehemaligen DTL-Präsidenten und Turnierdirektor des Berlin Masters, Jens-Uwe Kunze, an der RSG? Er verrät es in Ausgabe 2-2026 des Verbandsmagazins BewegtBerlin.

Zur Person

 

Jens-Uwe Kunze (62), Geschäftsführer SC Siemensstadt, ehem. Geschäftsführer BTFB, ehem. DTL-Präsident, von 2001 bis 2017 Turnierdirektor der Weltcup- und Grand-Prix-Serie „Berlin Masters RSG“.

Jens-Uwe Kunze, Geschäftsführer des BTB/BTFB von 1992 - 2018

Ich liebe viele Sportarten. An der RSG fasziniert mich aber besonders die ästhetische Verbindung aus Fraulichkeit, Charme und Grazie und dies in Verbindung mit sportlichen Höchstleistungen im Bereich der Körperbeherrschung, Beweglichkeit und Akrobatik. Und dann natürlich die rasante Entwicklung Deutschlands von einem Außenseiter zum Spitzenreiter.

 

Meine „Sternstunden“ mit der RSG bzw. unvergessliche Momente waren die RSG-Weltmeisterschaften 1997 in Berlin als meine erste Internationale Sportveranstaltung mit Verantwortung.

 

Auf welches Erreichte in der RSG ich besonders stolz bin? In der Deutschen Turnliga über die unglaubliche Entwicklung der Bundesliga RSG mit ihren vielen Wettkämpfen, den Mannschaftserlebnissen, den erstklassigen nationalen und internationalen Teilnehmerinnen. In Berlin die Entwicklung aus dem Nichts zum anerkannten Bundesligastützpunkt mit all seinen tollen RSG-Vereinen.

 

Meine heutige Beziehung zur Sportart: aktiver Beobachter.

 

Die größten Herausforderungen bzgl. der Sportart in meiner Tätigkeit liegen beim Auffinden von Hallenkapazitäten für unsere Vereinsentwicklung mit der RSG.

 

Positiv bei der Entwicklung der Sportart RSG finde ich, dass ich zumindest in Deutschland einen besseren Umgang mit den Gymnastinnen wahrnehme, das war früher nicht immer so, Berlin spielt auch hier eine Vorreiterrolle. Kritische Punkte sehe ich aus der Ferne nicht.

 

Dass sich die Sportart weiter öffnen sollte, z.B. noch mehr für männliche Aktive – nein, das finde ich nicht gut. Die RSG für Männer müsste etwas anders aussehen, so wie z.B. die Gruppenvorführungen japanischer Bodenturner.

 

Die Entwicklung der RSG in Berlin und in Deutschland heute finde ich sensationell – pure Freude und Stolz.

 

Die Weltmeisterschaften in Frankfurt am Main werde ich mir vor Ort nicht anschauen. Das wird leider aus privaten Gründen nicht klappen, aber es war eine schwere Entscheidung.

 

Ich wünsche mir eine ausverkaufte WM, eine großartige mediale Berichterstattung und natürlich, dass auch einige Medaillen in Deutschland verbleiben.

 

Für die weitere Entwicklung der Sportart wären eine weitere Internationalisierung und Öffnung gut für ein starkes Wachstum auch außerhalb der traditionellen Hochburgen. Für Berlin würde ich mich freuen, wenn die Entwicklung anhält und es vielleicht auch zukünftig einen eigenen Bundesstützpunkt für Frauen und nicht nur dem Nachwuchs geben würde.



Weitere Quellenangaben / Informationen zum Artikel:
Foto: privat