Man muss schon große Begeisterung mitbringen

Daniela Wollenhaupt spricht In Ausgabe 1-2026 des BTFB-Verbandsmagazins BewegtBerlin über ihr ehrenamtliches Engagement in der Rhythmischen Sportgymnastik im BTFB und DTB sowie im Berliner TSC.

Daniela Wollenhaupt (Foto: Dirk Zimmermann)

Daniela Wollenhaupt (Foto: Dirk Zimmermann)

Seit meiner Kindheit habe ich RSG ausgeübt – erst in einem TZ (für die Sportschule in Leipzig hat es damals nicht gereicht), danach im Wettkampfbereich, anfangs in Karl-Marx-Stadt (jetzt Chemnitz) später in Berlin. Der Wunsch, mich weiterhin mit dem Sport zu beschäftigen, kristallisierte sich in meiner EOS- bzw. Abitur-Zeit, sodass ich mich entschied, Sport zu studieren. Nach dem Studium in Leipzig mit der Abwicklung der DHfK konnte ich für ein Jahr eine ABM-Stelle als Trainerin im Landesstützpunkt Berlin besetzten und in dieser Zeit habe ich meine Arbeit als Kampfrichterin weiter verstärkt. 1993 nahm ich eine erneutes Studium BWL bei einer Bank auf und übte seitdem die Arbeit als Trainerin und Kampfrichterin ehrenamtlich aus. Ab 2002 kam die ehrenamtliche Trainertätigkeit für Turniergarden in Brandenburg an der Havel (wo ich 1997 hingezogen bin) hinzu. 2017 hat mich Uta-Susanne Müller wieder für den RSG-Wettkampfausschuss im Zuge des Deutschen Turnfestes in Berlin aktiviert. Seit 2018 bin ich Abteilungsleiterin RSG im Berliner TSC.

 

Um all diese Ämter auszuüben, muss man schon eine große Begeisterung für die RSG mitbringen, Spaß am Ehrenamt, Enthusiasmus und Reisefreude haben sowie viel Freizeit für die Aufgaben investieren.

 

Meine Tätigkeit in den Wettkampf-Ausschüssen von DTB und BTFB umfassen im Wesentlichen folgende Aufgaben: BTFB: Wir – Uta-Susanne Müller, Jeanine Fißler und ich – bereiten die Wettkämpfe vor, übernehmen die Leitung vor Ort, und bereiten sie nach. Ähnliches gilt für den WK-Ausschuss im DTB, der sich aus fünf Mitgliedern aus dem Bundesgebiet zusammensetzt.

Wettkampfleitung: Kontrolle der Anmeldungen und des termingerechten Hochladens der Musiken, Erstellen der Ablauf- und Einturn-Pläne, Anmeldungen überwachen, Beratung des Ausrichters; Durchführung: Einturnen überwachen; dafür sorgen, dass für die Gymnastinnen alles Notwendige zur Verfügung steht und sie pünktlich an der Fläche stehen; auftretende Probleme zügig in Zusammenarbeit mit der Kari-Leitung lösen.

 

Für den Wettkampf-Ausschuss des DTB gibt es zwei zentrale Wochenend-Termine in Frankfurt, dazu drei bis fünf Online-Termine. Pro Wettkampf brauche ich Vorbereitungen von etwa 2 Wochen am Abend, um z.B. den Ablaufplan zu erstellen, die Meldungen abzugleichen und Musiken zu kontrollieren. Dann bin ich beim Wettkampf zwei bis drei Tage am Wettkampf-Ort, wo ich zuerst den Aufbau der Wettkampfstätte gemäß den Richtlinien beim Ausrichter kontrolliere. Es folgt dann die eigentliche Wettkampf-Durchführung, ich organisiere die Siegerehrungen und führe diese durch, und ich versende die Ergebnislisten zur Veröffentlichung. Das Gleiche mache ich auch für den Wettkampf-Ausschuss des BTFB. Für die Abteilungsleitung des Berliner TSC wende ich je nach Arbeitsanfall etwa 5 bis 10 Stunden in der Woche auf.

 

Am Ende eines Wettkampfs bin ich zufrieden mit mir und meinen Mitstreitern, wenn es keine Probleme im Ablauf gab, der Zeitplan korrekt war und alle zufrieden sind. Und, wenn die beste Gymnastin gewinnt!

 

Bei einigen Tätigkeiten bezüglich des Wettkampfes gibt es schon Erleichterungen, z.B. durch die Digitalisierung. Das Hochladen der Musiken für die Übungen in ein Portal ist sehr sinnvoll, leider wird das Sortieren bei falscher Beschriftung zu Problemen. Das Werten der Übung mit einem „Tablet“ geht natürlich schneller und verkürzt die Wettkämpfe, führt jedoch bei Ausfall zu erheblichen Problemen im Zeitplan.

 

Die größte Herausforderung meiner Tätigkeiten besteht darin, alle ehrenamtlichen Aufgaben zeitlich mit meinem Beruf zu koordinieren, die Koordination der Vor-Ort-Termine mit meinen Fahrwegen, da ich nach Schirgiswalde (Bautzen) gezogen bin, sowie die Abteilungsleitung des Berliner TSC.

 

Mit der Zusammenarbeit mit dem BTFB in meinem Bereich bin ich zufrieden.

 

In meinem Ehrenamt fühle ich mich wertgeschätzt – manchmal fehlt die Akzeptanz von den Eltern im Verein, da ich nicht alles sofort erledige.

 

Schönste Erinnerungen und Momente in meiner ehrenamtlichen Tätigkeit gibt es zum Beispiel vom Zusammensein und dem Austausch mit den vielen „RSG“-Verrückten, dann an die Weltmeisterschaften 1997 sowie die „Finals“ 2023 und 2025. Sehr viel bedeutet mir Auszeichnung der Stadt als „Ehrenamtliche der Stadt Brandenburg an der Havel“ und immer wieder gibt es den Dank der Gymnastinnen und deren Eltern für meine Arbeit.

 

Dieses Jahr ist ein richtiges „RSG-Jahr“ – mit der Heim-WM in Frankfurt und mehreren hochkarätigen Wettkämpfen in Berlin. Ich freue mich besonders auf die ganze WM, auf Einblicke hinter die Kulissen und das Training der einzelnen Nationen mitzuerleben. Natürlich wünsche ich mir WM-Titel für uns Deutsche.



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Foto: Dirk Zimmermann