Dem Verein etwas zurückgeben
Michaela Scholz vom TSV Rudow 1888 spricht in Ausgabe 1-2026 des BTFB-Verbandsmagazins BewegtBerlin über ihr ehrenamtliches Engagement als Abteilungsleiterin Turnen im Verein.
Zur Person
Michaela-Scholz (67) ist Abteilungsleiterin Turnen im TSV Rudow 1888; Übungsleiterin mit C-Lizenz Kinderturnen, B-Lizenz Gesundheitssport im Kinderturnen, TSV Rudow 1888 und SG Treptow 93

Studiert habe ich ursprünglich Lehramt für Chemie/Deutsch, war aber wegen meiner eigenen vier Kinder nicht berufstätig, höchstens zusätzlich als Tagesmutter. Meine Kinder waren ab 1984 Mitglieder im TSV Rudow, zuerst beim Turnen, später beim Handball. Beide Übungsleiter meines jüngsten Sohnes hörten gemeinsam auf, sodass Nachfolger gesucht wurden.
Weil ich dem Verein etwas zurückgeben wollte, machte ich die Übungsleiter-Lizenz beim Berliner Turnerbund. Ich übernahm zuerst zwei Gruppen, dann wurden es immer mehr durch neue Wohngebiete und Schulen in Rudow sowie durch altersmäßiges Ausscheiden älterer Übungsleiter. Zu Höchstzeiten waren es 15 Kinderturngruppen in zwei Vereinen. In unserer Abteilung T4 übernahm ich vor ca. sieben Jahren noch eine Frauen-Gymnastikgruppe. 2022 kam dann noch die Abteilungsleitung der Turnabteilung 4 hinzu.
Mittlerweile leite ich nur noch sechs Gruppen und stehe für Vertretungen zur Verfügung. Unsere Turnabteilung besteht aus 490 Mitgliedern, davon sind 239 Kinder im Alter von einem Jahr bis zu 12 Jahren. Es sind überwiegend Mädchen und nur 76 Jungen. Wir bieten 14 Sportangebote für jedes Alter an, es gibt acht Angebote für Kinder ab den Eltern-Kind-Kursen sowie sechs Angebote für Erwachsene und Senioren. In unserer Abteilung sind zehn Übungsleiter und fünf Helferinnen beschäftigt.
Meine Aufgaben als Abteilungsleiter sind administrativer Art (Information von Interessenten, Mitgliederverwaltung, Personalsuche, Verträge, Führungszeugnisse, Lizenzen und Ehrenkodexe sowie Kinderschutzschulungen), sowie die Planung von Veranstaltungen, Ausflügen und Festen und 1.Hilfe-Kursen. Weiterhin die Teilnahme an erweiterten Vorstandssitzungen, Abteilungs- und Gesamtmitgliederversammlungen.
Für die Arbeit als Abteilungsleitung benötige ich wöchentlich ca. 5 Stunden.
Die größte Herausforderung besteht für mich darin, Übungsleiter und Helfer zu finden, obwohl das Honorar sehr gut ist. Helferinnen gewinnen wir ausschließlich aus unseren Mädchenturngruppen, wenn diese zu alt werden, um in der Altersgruppe zu turnen. Viele Kinder bleiben bis ins Erwachsenenalter im Verein, in welcher Sportart auch immer. Wir legen die Grundlagen mit dem Kinderturnen. Ganz viele Eltern, die selbst als Kind bei mir geturnt haben, kommen heute gerne wieder mit ihren eigenen Kindern.
Ich fühle mich dem Berliner Turnerbund seit der Ausbildung sehr verbunden, nehme auch nur dort Fortbildungsangebote wahr. Wir haben mit unseren Kindern an diversen „Kinderbildern“ zu Turnfesten, Kinderturn-Shows und den damaligen Kinderreisen (Piraten-, Märchen-, Indianer- und Dino-Reise) des BTB teilgenommen. Darüber, dass es diese nicht mehr gibt, bin ich am meisten traurig. Die Organisation hatte der BTB, wir betreuten unsere Kinder. Das war einfach unschlagbar!
Nächstes Jahr, also 2027, feiern wir unser 60-jähriges Abteilungsjubiläum!
Wertschätzung erfahren wir nur durch glückliche Kinder und langjährige Mitgliedschaften. Einige meiner Damen der „Powerfrauen“ sind Gründungsmitglieder unserer Abteilung und noch immer sehr aktiv.
Weitere Quellenangaben / Informationen zum Artikel:
Foto: privat