Die Berliner Bundesstützpunkte Gerätturnen männlich und Rhythmische Sportgymnastik vorgestellt
Die Berliner Bundesstützpunkte Gerätturnen männlich und Rhythmische Sportgymnastik vorgestellt von Stützpunktleiter Alexander Stolpe
OPTIMALE BEDINGUNGEN ERMÖGLICHEN SPORTLICHE HÖCHSTLEISTUNGEN
Bitte gib‘ uns einen kurzen Überblick über die Struktur, Ziele und Aufgaben eines BSP
Ein Bundesstützpunkt (BSP) ist eine vom Bundesinnenministerium (BMI) geförderte Einrichtung zur Förderung des Spitzensports, welche auf Bundesebene vom Spitzenfachverband, dem Deutschen Turnerbund e.V. organisiert ist. Der Bundesstützpunkt, der vorrangig auf Spitzen- und Landesfach Verbandsebene (BTFB) agiert, übernimmt eine koordinierende und strukturelle Funktion – mit Verantwortung für die leistungssportliche Entwicklung in einem gesamten Bundesland oder einer Region.
Ziel ist es, Talente systematisch zu fördern – vom Nachwuchs bis zur nationalen und internationalen Spitze. Ein Bundesstützpunkt erlangt seine Status hauptsächlich durch die Anzahl der dort ausgebildeten und trainierenden Bundeskaderathlet*innen im olympischen Zyklus. Dazu zählen die Planung und Steuerung des Trainings, die Abstimmung mit den Disziplintrainern und Verbänden sowie die organisatorische und infrastrukturelle Absicherung des täglichen Trainingsbetriebs. Werbung und finanzielle Unterstützung für den Sport gehören dazu wie auch dem Ganzen ein Gesicht und Persönlichkeit zu geben. Hierzu kann und sollte jeder der im Bundesstützpunkt System agiert positiv und unterstützend dazu beitragen.
Was liegt in der Verantwortung des Leiters?
Ein Bundesstützpunktleiter trägt die organisatorische und strategische Gesamtverantwortung für den Bundesstützpunkt (BSP) in enger Abstimmung mit den Spitzenfachverband (DTB). Sein Ziel ist es, optimale Rahmenbedingungen für die leistungssportliche Entwicklung von Athletinnen und Athleten zu schaffen und den Standort nachhaltig zu entwickeln.
Zu seinen Kernaufgaben gehören:
- Steuerung:
Koordination der Trainings- und Wettkampfplanung in enger Abstimmung mit den Stützpunkttrainern, den Bundestrainern und dem Spitzenfachverband (DTB) - Personalführung und Teamentwicklung:
Führung und Unterstützung der Trainerinnen, Trainer - Förderung einer professionellen und leistungsorientierten Arbeitskultur.
- Nachwuchsförderung und Talententwicklung:
Aufbau klarer Förderstrukturen vom Nachwuchs- bis in den Hochleistungsbereich. Sicherstellung, dass Talente frühzeitig erkannt, individuell betreut und langfristig entwickelt werden. - Standortorganisation und Ressourcenmanagement:
Verantwortung für den Betrieb des BSP, inklusive Budgetplanung, Infrastruktur, Geräteausstattung und Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen. - Kommunikation und Netzwerkpflege:
Enge Zusammenarbeit mit Verbänden, Olympiastützpunkten, Politik, Sponsoren und Medien, um den Stützpunkt nach außen zu vertreten und strategische Partnerschaften zu pflegen. - Qualitätssicherung und Entwicklung:
Analyse und Weiterentwicklung sportlicher Prozesse, um Training, Betreuung und Wissenschaft stetig an die Anforderungen des modernen Leistungssports anzupassen.
Der Bundesstützpunktleiter ist die Schnittstelle zwischen Verband, Athleten, Trainern und Sportpolitik und Partnerinstitutionen – sein Ziel und Anliegen ist, dass aus Strukturen Leistung werden und aus Leistung nachhaltiger Erfolg.
Was war deine Motivation, diesen Job zu übernehmen?
Meine Motivation, die Leitung des Bundesstützpunkts in Berlin zu übernehmen, liegt in der Überzeugung, dass nachhaltiger sportlicher Erfolg nur durch langfristige und ganzheitliche Entwicklung möglich ist. Ich möchte jungen Talenten die bestmöglichen Rahmenbedingungen bieten, damit sie sich sportlich und persönlich optimal entfalten können, um an der Spitze anzukommen. Berlin hat enormes Potenzial – sportlich, strukturell und menschlich. Es reizt mich, gemeinsam mit einem starken Team aus Trainern und im Verbundsystem Leistungssport diese Ressourcen zu bündeln und gezielt weiterzuentwickeln.
— ZUR PERSON —
Alexander Stolpe, seit 2020 für den DTB Bundesstützpunktleiter in Berlin, verantwortlich für die Bereiche Rhythmische Sportgymnastik und Gerätturnen männlich

Mit welchen Partnern arbeitest du resp. die BSP, zusammen, wie speziell mit dem BTFB?
Die Arbeit am BSP wäre ohne die enge Zusammenarbeit mit unseren starken Partnern nicht möglich. Wir stehen in regelmäßigem Austausch mit dem Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund (BTFB), dem Landessportbund Berlin (LSB), dem Olympiastützpunkt Berlin, den Senatsverwaltungen des Inneren und Sport, sowie mit den Sportschulen, Eltern, Trainern und natürlich den Athlet*innen selbst.
Der BTFB ist dabei ein besonders wichtiger Partner auf Landesebene. Er unterstützt uns sowohl strukturell als auch finanziell und fungiert oft als Bindeglied zwischen der Vereinsbasis (u.a. die TTS) und der Leistungsspitze.
In unseren Sportarten geht es um sehr junge Athletinnen und Athleten. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Eltern und Schulen?
Die Eltern sind in dieser Altersgruppe essenzielle Partner. Hierzu haben wir an beiden Bundesstützpunkten schon seit Beginn meiner Zeit die Rolle der Elternvertreter priorisiert und installiert, da Sie auch ein Sprachrohr der Eltern an den BSP sind. Ohne ihr Verständnis, ihre Unterstützung und ihren Einsatz wäre Leistungssport nicht umsetzbar. Ich lege großen Wert auf transparente Kommunikation, regelmäßige Gespräche und die Einbindung der Eltern und arbeite gerne und offen mit unseren Elternvertretern zusammen.
Mit den Schulen – insbesondere den Sportschulen – pflegen wir eine sehr enge Kooperation. Hier erfahren wir auch große Unterstützung. Nur durch abgestimmte Zeitpläne, Verständnis für Trainingsbelastung und flexible schulische Lösungen kann ein duales System von Schule und Leistungssport funktionieren. Hier möchte ich die großartige Arbeit der EdS (Elite Schulen des Sportes – die Poelchau Schule und die SLZB) auch mal sehr positiv und als hoch engagiert für den Leistungssport hervorheben. Da sind wirklich große Sport-Unterstützer auf Seiten der Schulen, das muss man auch so sagen, ohne die es nicht gehen würde. Das wird hochgeschätzt.
Welche Rolle spielen die TTS für die Bundesstützpunkte?
Die Turn-Talentschulen (TTS) sind die Basis des Systems. Sie sind das Fundament, auf dem die gesamte Pyramide des Spitzensports ruht. Ohne qualitativ hochwertige Arbeit in der Breite, insbesondere in der Altersklasse 5–8, gibt es keine Spitze. Turnen fängt ja sehr früh an, mit ihren kompositorischen Sportarten, da ist ein besonderer pädagogischer Ansatz wichtig, der auch umsetzt wird.
Die TTS sorgen für eine fundierte Grundlagenausbildung und schaffen die Voraussetzungen, um Talente später gezielt an die Anforderungen des Hochleistungstrainings heranzuführen. Wir arbeiten eng mit den TTS zusammen, bieten Unterstützung in der Trainingssteuerung und fördern gezielt den Übergang zu den Landeskadern. Hierzu findet auch in diesem Jahr (am 23.11.2025) noch eine qualitativ sehr hochwertige TTS-Fortbildung in Berlin, genauer gesagt in Kienbaum statt, welche wir am Bundesstützpunkt Turnen organisiert haben.
Was fehlt, was könnte besser sein in diesem gesamten System?
Ein zentrales Thema ist die Nachhaltigkeit in der Nachwuchsförderung. Es braucht langfristige Strategien, noch bessere und stabilere finanzielle Strukturen und lohnende Perspektiven für Trainer*innen im Nachwuchsbereich.
Darüber hinaus sehen wir immer einen Optimierungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Schule und Sport, insbesondere bei älteren Jahrgängen, was auch mit den individuellen Entwicklungen der Athleten zusammenhängt. Flexible Schulmodelle und individuelle Förderung sollten flächendeckend etabliert werden.
Ein weiterer Punkt ist die Wertschätzung für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und der Trainer im Nachwuchsleistungssport – sowohl für die Aktiven als auch für die Betreuenden – ist diese in der öffentlichen Wahrnehmung immer weiter ausbaufähig. In der Aus- und Fortbildung zum Beruf Trainer und der finanziell betrachtet richtigen Entwicklung für diesen Beruf, ist in den letzten Jahren viel passiert, das ist sehr positiv. Hier hat der BTFB und auch übergreifend der LSB Berlin sehr viele Dinge kontinuierlich verbessert. Dennoch halte ich es für elementar und sehr wichtig an dieser Entwicklung für die Trainer fortlaufend festzuhalten und sie weiter voranzutreiben, denn wir sind in der Wahrnehmung des Trainerberufes, welcher sehr hoch einzuschätzen ist, noch nicht ganz da angekommen, wo wir hinwollen.
Darüber hinaus ist es wichtig auch an den strukturellen Gegebenheiten des Stützpunkt System weiterzuarbeiten, es weiterzuentwickeln, denn es ist eine große Herausforderung in einem Umfeld mit so vielen unterschiedlichen Partnern zu arbeiten, die alle in festen Strukturen sind. Den Arbeitsbereichen in Bundesstützpunkten würde es aus meiner Sicht auch guttun, wenn Sie, mal weitergedacht, sich noch mehr dahin entwickelt können, dass sie in noch festeren Strukturen, ja auch als noch mehr zentraleres System, agieren können. Das gilt für die Form des Bundesstützpunktes an sich genauso wie für das Team an Mitarbeitern, welche in der aktuellen Struktur eines BSPs agieren.
Zu guter Letzt der schon oft benannte Bürokratieabbau, der auch im Sport weiter vorangetrieben werden muss. Hier ist noch sehr viel Potenzial das gesamte System dadurch zu verbessern, weil dann schlichtweg einfach mehr Zeit für konzeptionelles Arbeiten zur Verfügung stehen würde. Der Abbau der Bürokratie geht aber auch mit dem notwendigen Aufbau und Vortrieb der Digitalisierung einher, wofür dann auch wieder an manchen Stellen das Geld fehlt.
Wie wichtig ist die Unterstützung der handelnden Personen hinsichtlich solcher Werte wie Sicherheit, Leistung mit Respekt, Wertschätzung, Kinderschutz?
Diese Werte sind die Grundpfeiler unserer Arbeit. Leistung darf nie auf Kosten der Persönlichkeit oder des Wohlbefindens gehen. Es ist unsere Verantwortung, eine Umgebung zu schaffen, in der sich junge Menschen sicher, respektiert und gefördert fühlen, da sie den Mittelpunkt unserer Arbeit darstellen. Es darf nicht dazu führen, dass aufgrund der vielen Umfeldthemen diese Sichtweise vernachlässigt wird, dass der Sportler den Mittelpunkt unserer Arbeit darstellt. Das ist das zentrale Element in unserer Arbeit an den BSPs. Es fängt alles mit dem Engagement und dem Spaß am Sport der Athleten an und eine Entwicklung ist nur möglich, wenn der Sport als solches mit Ehrgeiz und vor allem auch Wohlbefinden betrieben werden kann.
Und diese Leistung wollen wir mit unseren sehr guten Trainern fördern – immer mit Respekt, mit menschlicher Nähe und im Bewusstsein unserer pädagogischen Verantwortung. Einfach gesagt, ein Kind mit Talent, das sich sicher fühlt und auch Spaß am Training hat und dadurch auch den Ehrgeiz zeigen wird sich weiterzuentwickeln, wird auch Leistung bringen können.
Was unternehmt ihr diesbezüglich?
Hierzu gibt es einige konkrete Beispiele: Es gibt verpflichtende Schulungen für Trainer*innen im Bereich Kinderschutz, Kommunikation und pädagogisches Handeln. Zudem haben wir Verhaltenskodizes und Schutzkonzepte, die gemeinsam mit dem DTB, dem BTFB und dem LSB entwickelt und regelmäßig evaluiert werden. Dabei ist das Thema Safe Sport und dessen Kodex, welches über den DTB zusammen mit dem DOSB die richtige Entwicklung und auch Notwendigkeit darstellt, hierbei auch klar zu nennen. Weiterhin sind die Vertrauenspersonen und klar kommunizierten Beschwerdewege, die niedrigschwellig zugänglich sind – sowohl für Kinder als auch Eltern, zudem ein Netzwerk und einen Handlungsleitfaden, um bestmöglich mit den verschiedenen Situationen umgehen zu können.
Wir nehmen das Thema sehr ernst. Es ist kein “Zusatz”, sondern integraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit am BSP.
Bitte skizziere kurz aktuelle Entwicklungen und anstehende Aufgaben in den beiden BSP.
Bundesstützpunkt Gerätturnen männlich (GT)
Tradition & Erfolge:
Der BSP Berlin blickt auf eine lange und erfolgreiche Turntradition zurück. Er war über Jahrzehnte hinweg eine feste Größe im deutschen Turnsport – mit national wie international erfolgreichen Athleten. Zu den herausragenden Leistungen der jüngeren Vergangenheit zählt u.a. die EM-Medaille von Milan Hosseini, ebenso wie zahlreiche Teilnahmen an EM und JEM, bei denen Berliner Athleten das deutsche Nationaltrikot erfolgreich vertreten konnten.
Aktuelle Herausforderungen:
Derzeit liegt der Fokus verstärkt auf der Kaderentwicklung einerseits im Seniorenbereich, mit unseren guten Berliner Turnern, die wir am BSP haben. Wir haben auch ein klares Verständnis für die zukünftige Weiterentwicklung und somit den intensiven Fokus noch mehr zu stärken auf den Übergang unserer jüngeren Turner vom Nachwuchsbereich in den Juniorenbereich, längerfristig betrachtet auch hinzu in den Seniorenbereich, zu legen. Berlin bringt starke Nachwuchsturner hervor – die Herausforderung besteht nun darin, diese Athleten langfristig auf internationalem Niveau zu etablieren und nachhaltig an die nationale und weiter gedacht auch an Weltspitze heranzuführen.
Die anstehenden und kommenden Aufgaben sind natürlich vielfältig und vor allem auch vom Tagesgeschäft abhängig, lassen sich aber im aktuellen Blick wie folgt darstellen.
- Eine weiterhin positive Entwicklung der Talentsichtungsmaßnahmen
- Weiterentwicklung der Trainingskonzepte in enger Abstimmung mit allen Trainern
- Weiterführende Optimierung des Übergangs von den TTS in den Trainingsbereich des Bundesstützpunktes (Einschulungen Eliteschule des Sports)
- Ausbau der strukturellen Kapazitäten und der Attraktivität Berlins zur Betreuung von Top-Talenten aus ganz Deutschland
- die weitere Förderung der fortlaufenden Stärkung der Zusammenarbeit aller Beteiligten
- Entwicklung der dualen Karrierewege und individueller Fördermodelle
Bundesstützpunkt Rhythmische Sportgymnastik (RSG)
Die Etablierung des BSP RSG in Berlin ist das Ergebnis eines langen und intensiven Engagements der letzten Jahre – ein starkes Signal für den Standort Berlin und für die Entwicklung der RSG bundesweit. Heute ist der BSP ein wachsendes Kompetenzzentrum für die RSG mit nationaler Strahlkraft.
Erfolge & Perspektiven:
Ein besonderer Meilenstein, zu der imposanten Entwicklung der RSG der letzten 4-5 Jahre, war 2025 die historisch erste Medaille überhaupt bei einer Europameisterschaft der RSG für Deutschland unter der Beteiligung zweier Berliner Gymnastinnen in der Gruppe. Dann folgte die Sensation der ersten deutsche Goldmedaille in der Team Wertung bei der RSG-Weltmeisterschaft 2025 in Rio, auch wieder unter der Beteiligung zweier Berliner Gymnastinnen – ein historischer Erfolg, der den hohen Leistungsstand und die sehr gute Arbeit am Stützpunkt eindrucksvoll unterstreicht.
Mit der aktuellen strategischen Neuausrichtung, die in der sportlichen Ausbildung sowohl auf den Einzel- als auch den Gruppenbereich abzielt, setzt Berlin ein starkes Zeichen für die Zukunft.
Blick nach vorn – WM 2026:
Ein weiterer Fokus liegt national betrachtet natürlich auf der kommenden Heim-WM 2026 in Frankfurt, bei dem Berlin eine zentrale Rolle spielen will – sowohl mit Berliner Athletinnen im Nationalteam als auch als Unterstützer eines starken medialen und sportlichen Auftritts.
Die anstehenden und kommenden Aufgaben sind natürlich vielfältig und vor allem auch vom Tagesgeschäft abhängig, lassen sich aber im aktuellen Blick wie folgt darstellen.
- Ausbau der Trainingskapazitäten und Struktur im Einzelbereich
- Weiterführender Aufbau der Gruppenausbildung auf BSP-Niveau
- Sichtung und Integration junger Talente aus dem Berliner Raum und darüber hinaus
- Entwicklung dualer Karrierewege und individueller Fördermodelle
Fazit: Beide Bundesstützpunkte in Berlin sind etabliert und auf einem stetig ambitionierten Weg. Während im Gerätturnen männlich u.a. die Entwicklung der Senioren und vor allem die gezielte Entwicklung des Nachwuchses in den Erwachsenenbereich im Mittelpunkt steht, setzt die RSG auf Ausbau, Internationalisierung und strukturelle Breite – mit dem Höhepunkt der Heim-WM 2026 im Blick. Berlin bleibt damit ein zentraler Leistungssportstandort im deutschen Turnen – mit viel Potenzial für die Zukunft.
Persönliches
Dein schönster / emotionalster Moment als BSP-Leiter:
Emotionale Momente als BSP-Leiter sind zum einen, täglich zu sehen, mit welchem enormen Engagement unsere Trainerinnen, Trainer und Athletinnen sowie Athleten arbeiten. Das muss man einfach sehr wertschätzen. Besonders positiv waren natürlich auch die großen Erfolge unserer Berliner Athletinnen und Athleten – etwa Milan Hosseinis EM-Medaille am Boden in 2023 sowie die herausragenden Leistungen von Helena Ripken, Neele Arndt und Anja Kosan in der Gruppen Nationalmannschaft bei der EM und WM der Rhythmischen Sportgymnastik 2025. Alle drei wurden ja nach vielen Jahren der sehr guten Ausbildung in Berlin zur Nationalmannschaft nach Schmiden delegiert, was unser Hauptziel am BSP der RSG darstellt.
Ebenso stolz macht mich die Entwicklung unserer jungen Gymnastinnen und Turner, die sich auch mit nationalen Erfolgen (Medaillen bei DM’s und DJM‘s als Beispiel) belohnen. Diese Momente zeigen, dass sich die harte Arbeit im Hintergrund lohnt und die gute Arbeit der Trainer auch greifen – sodass Leistung, Leidenschaft und Teamgeist zu emotionalen Geschichten werden, wie sie nur der Sport schreiben kann.
Deine Meinung zu Olympischen Spielen in Deutschland / Berlin:
Olympische Spiele in Deutschland – insbesondere in Berlin – wären eine großartige Chance, den Sport wieder stärker in den Mittelpunkt unserer Gesellschaft zu rücken. Sie könnten ein Symbol für Fairness, Vielfalt und Gemeinschaft werden und dem Sport in Deutschland neue Energie geben. Zusätzlich und das ist mit dem entscheidenden Teil dabei, hat eine Olympia-Ausrichtung in Deutschland auch eine enorme Zugkraft für die infrastrukturelle Entwicklung und Sportbegeisterung im Land. Davon kann der Sport nur profitieren. Hierzu ist der LSB auch sehr aktiv, aktuell in der Sammlung von Unterschriften für die Volksinitiative. Ich kann nur ausdrücklich dafür werben, denn Berlin als Sportmetropole kann Olympia.
In die Zukunft geschaut: Was wünschst du dir generell für den Leistungssport in Deutschland und für die beiden BSP?
Ich wünsche mir für den deutschen Leistungssport mehr Mut zur Veränderung und mehr Vertrauen in die Menschen, die täglich darin arbeiten – Trainerinnen, Trainer, Wissenschaftlerinnen, Betreuerinnen und Betreuer. Wir brauchen verlässliche Strukturen, langfristige Förderung und moderne Rahmenbedingungen, die Leistung ermöglichen, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren. Für unsere beiden Bundesstützpunkte wünsche ich mir, dass wir diesen Weg konsequent weitergehen: Athletenorientiert, innovativ und mit einem guten Teamgeist. Wenn es uns gelingt, professionelle Strukturen mit Leidenschaft, Offenheit und gegenseitigem Respekt zu verbinden, dann wird der Erfolg langfristig folgen – sportlich wie menschlich.
Danke an wen…?
Mein Dank gilt allen Trainerinnen, Trainern, Athletinnen und Athleten für ihr unermüdliches Engagement, ebenso den Kolleginnen und Kollegen im Verband (DTB und BTFB) und am Stützpunkt für ihre Leidenschaft und Zuverlässigkeit. Auch dem Verbundsystem Leistungssport um unsere Partner wie OSP Berlin, LSB, die Sportschulen und die Senatsverwaltungen und deren Teams gehört dieser Dank. Ohne diesen Teamgeist wären Erfolge nicht möglich. Wir möchten die Zukunft mit allen zusammen erfolgreich gestalten für den Berliner Leistungssport in den Sportarten Turnen und Rhythmische Sportgymnastik, dass gelingt nur als Gemeinschaft und im Team.
Weitere Quellenangaben / Informationen zum Artikel:
Die Fragen stellte Sonja Schmeißer | Foto: privat