Faustballspielerin Aniko Müller zum Thema „Leistung im Sport“
Aniko Müller (32), aktive Faustballspielerin und Übungsleiterin für die Damen- und Herrenmannschaft beim DTB; SG Stern Kaulsdorf (beim BTFB), TV Jahn Schneverdingen (beim NTB); Weltmeisterin 2016, 2018 und Vize-Weltmeisterin 2024; Europameisterin 2015, 2017 und 2023; Verwaltungsangestellte im Finanzbereich der Polizei Berlin
Aniko Müller äußert sich in BewegtBerlin, Ausgabe 5-2025.
Im Jahr 2006 habe ich mit Faustball angefangen, 2012/2013 erfolgte der Aufstieg in die 1. Bundesliga Halle mit der SG Stern Kaulsdorf. 2015 wechselte ich zum TV Jahn für die 1. Bundesliga in der Feldsaison. Parallel dazu spielte ich in der Halle weiterhin für Kaulsdorf, 2019/2020 stieg Kaulsdorf aus der 1. Bundesliga Halle ab. Seit 2022 spiele ich auch in der Halle beim TV Jahn – war und bin aber immer in Kaulsdorf verwurzelt.
Der Wechsel nach Schneverdingen war mir damals wichtig, weil ich mich weiterentwickeln wollte und den Sprung in die Nationalmannschaft schaffen wollte.
Der nationale Faustball wird unter dem Verband „Faustball Deutschland“ organisiert. Seit 2012 gehöre ich dem erweiterten Frauen A-Kader der Nationalmannschaft an, 2015 gab es die erste Einberufung als Nationalspielerin. Meine größten Erfolge sind: Europameister 2015, 2017 und 2023; Weltmeister 2016 (Brasilien), 2018 (Österreich) und Vize-Weltmeister 2024 (Argentinien).

Seit 2015 spiele ich für den TV Jahn Schneverdingen. Aufgrund der Entfernung findet der größte Teil meines Trainings in Berlin statt. In der laufenden Saison trainiere ich unter der Woche in Kaulsdorf und freitags in Schneverdingen. Wenn keine Spieltage oder besondere Events anstehen, trainiere ich komplett in Kaulsdorf.
Meine Teammitglieder in Schneverdingen sind deutlich jünger als ich und mittlerweile kommen die nächsten Nachwuchsspieler aus der Jugend nach. Das ist eine schöne Sache, sie bringen frischen Wind rein und sind sehr ambitioniert. Über die Jahre haben wir uns sehr gut aufeinander eingespielt, mussten uns in den letzten zwei Jahren aber auch immer wieder auf personelle Veränderungen einstellen. Das ist eine neue Herausforderung. Jede einzelne Spielerin ist sehr ehrgeizig und hat gewisse Ansprüche an sich und hat einfach Lust, auf dem Spielfeld Vollgas zu geben. Wenn Meisterschaften vor der Tür stehen, setzen wir am Wochenende auch mal eine Extraeinheit an, um uns besser vorzubereiten. Wir lachen sehr viel zusammen und haben alle einen ähnlichen Knoten im Kopf, aber wenn es ernst wird, ist jeder voll da, das macht sehr viel Spaß.
Unsere Spielerinnen aktuell sind Laura Kauk, Alina Karahmetovic, Lena Meyer, Nele Rogosch, Maja Rogosch, Helle Großmann, Emilia Schwarz, (Hinrike Sagstetter, Annika Kriger). Unsere Erfolge: 6x Deutscher Meister Feld (2016, 2017, 2021, 2022, 2023, 2024), 2x Deutscher Meister Halle (2023, 2024), 3x Champions Cup Sieger (2021, 2022, 2024), 1x Weltpokal Sieger (2023).
Mit meinem Team in Kaulsdorf spiele ich noch die Altersklasse Frauen 30. In diesem Jahr sind wir auf dem Feld Deutscher Meister geworden. Es war super zu sehen, dass jede Spielerin unheimliche Lust hatte zu spielen und diese Meisterschaft zu gewinnen. Die meisten haben Kinder und haben natürlich andere Prioritäten bzgl. des Trainingsaufwands, aber an Ehrgeiz mangelt es nicht. In dieser Konstellation spielen wir nun auch schon seit einigen Jahren zusammen und haben auch sehr viel Spaß.
Unsere Spielerinnen aktuell hier sind Ksenia Ivanova, Roxana Gossing, Jennifer Päßler, Katja Kreuzberg, Carolin Merten, Lena Birke, Stefanie Schalk und Colin Ludwig.
Für mich persönlich misst sich Leistung – speziell eine gute – nicht allein an der Anzahl der gewonnenen Medaillen. Leistung bringt man bereits, wenn man jedes Training mit Vollgas angeht, wenn man bereit ist, mehr zu tun, um besser zu werden, mehr als andere, um immer einen Schritt voraus zu sein. Leistung ist die Bereitschaft alles zu geben, um am Ende auf einem Podest zu stehen, um sagen zu können „Ich habe alles gegeben“ und nach Niederlagen aufzustehen und weiterzumachen. Wenn sich jemand von Niederlagen oder Verletzungen zurück kämpft und nicht aufgibt, ist das eine großartige Leistung.
Im sportlichen Bereich als auch generell habe ich den Anspruch, immer besser zu werden, dazuzulernen und ein Stück weit auch jemand zu sein, zu dem man aufschauen kann, an den man sich wendet, wenn man Fragen hat und auf den man sich verlassen kann. Im Sport überträgt sich das natürlich auf meine Fähigkeiten auf dem Spielfeld. Ich habe den Anspruch, jederzeit meine bestmögliche Leistung abrufen zu können, um meiner Mannschaft zu helfen, Spiele und auch Titel zu gewinnen. Aber genauso, unseren Nachwuchsspielern unterstützend zur Seite zu stehen.
Ich weiß nicht, ob ein Sportler je richtig zufrieden ist mit seiner Leistung. Ich bin sehr selbstkritisch und finde auch nach Top-Spielen Aspekte, die ich hätte besser machen können.
Die Qualität speziell des Frauen-Faustballs hat in den vergangenen Jahren sehr zugenommen. Das Spiel ist schneller, dynamischer und kraftvoller geworden. Ein Teil von diesem Fortschritt zu sein und den Frauenfaustball somit voranzubringen, ist eine Motivation. Und Titel-Ambitionen natürlich auch.
Es gibt viele Momente in meiner sportlichen Laufbahn, die mich stolz gemacht haben, aber mein persönliches Highlight war der Gewinn der „World Tour Finals 2023“ mit dem TV Jahn Schneverdingen im brasilianischen Curitiba. Wir standen gegen den Ausrichter im Finale und nahezu das ganze Publikum war gegen uns. Davon angespornt, haben wir uns den Titel der besten Vereinsmannschaft der Welt erkämpft, das war überwältigend. Und als ich 2023 das erste Mal in der Nationalmannschaft mit dem Adler auf der Brust ein Finale spielen durfte. Ich war so nervös wie lange nicht.
Gerade im Sport sind nicht erreichte Ziele kein Weltuntergang. Es schmerzt, kann frustrierend sein und einen zweifeln lassen, aber die Welt dreht sich weiter und andere Mannschaften arbeiten auch hart für den Erfolg. Daran erinnere ich mich in solchen Momenten und analysiere, was meine Rolle an dem Misserfolg war und was ich tun muss, um das zu verbessern.
Die Motivation im Team ist unheimlich wichtig. Speziell im Mannschaftssport kann man allein gar nichts erreichen, es müssen alle am gleichen Strang ziehen und die gleichen Ziele haben. Abweichungen machen sich in der Leistungsbereitschaft bemerkbar. Wenn nicht jeder von der gleichen Motivation angetrieben wird, sind die Erfolge überschaubar. Und wenn ich sehe, dass meine Mannschaftsmitglieder alles reinlegen, motiviert mich das noch mehr mitzuziehen.
Wie man sich gegenseitig motiviert, um beste Leistungen zu erbringen? Das kann ganz individuell sein. Angefangen natürlich bei einem gemeinsamen Ziel, zum Beispiel ein Meistertitel. Oder auch einfach ein bisschen Sticheln, dass man gegen bestimmte Mannschaften einfach nicht verlieren will.
Den „Teamgeist“ macht ganz klar Vertrauen aus. Das Wissen, dass jeder Spieler hinter dir steht, auch wenn es mal nicht gut läuft, ist unfassbar wichtig. Jeder betrachtet ein Ergebnis als Teamleistung und keinem werden Vorwürfe gemacht, im Gegenteil, jeder wird wieder aufgebaut, wenn derjenige mal zweifelt oder ein nicht so gutes Spiel gemacht hat. Und viel zusammen lachen, das finde ich ganz wichtig.
Mein Umfeld begleitet mich schon viele Jahre auf diesem Weg und ist daher auch etwas erfolgsverwöhnt. Mir wird immer mit Freude und Stolz begegnet, wenn ich von Events zurückkomme und erzähle, aber das eben auch, wenn eine Meisterschaft mal nicht so erfolgreich war. Ich habe wirklich Glück, mein Umfeld macht den Stolz nicht von der Medaille abhängig. Sie sehen oft das Positive, auch wenn ich es noch nicht kann. Und ich weiß, meine Familie, meine Freunde, der Verein und auch mein Arbeitgeber stehen voll hinter mir auf diesem Weg, das macht es sehr viel einfacher.
Das Trainer-Team ist maßgeblich beteiligt an den Erfolgen eines Sportlers/einer Mannschaft. Es erkennt die Stärken und Schwächen seiner Schützlinge und hilft, daran zu arbeiten. Der Trainer sieht Dinge von außen, für die man auf dem Feld manchmal blind ist und gibt die Taktik zum Erfolg vor. Und er sieht auch oft, wie es persönlich in einem Sportler aussieht und ist mental eine große Stütze.
Vertrauen steht ganz oben bei einem guten Trainer-Athleten-Verhältnis und eine gute Kommunikation. Man muss nicht immer einer Meinung sein, aber man muss vernünftig und respektvoll miteinander reden und sich austauschen können.
Respekt ist ein wichtiger Grundstein, aber nicht nur im Sport, sondern vielmehr in der Gesellschaft. Ohne Respekt funktioniert gar nichts. Das beinhaltet den Kinderschutz natürlich auch. Man darf auch an Kinder eine gewisse Erwartungshaltung haben und sie zu besseren Leistungen antreiben, aber alles in einem vertretbaren Rahmen und auch nur soweit, dass die Kinder noch mit Spaß dabei sind. Wenn man sie verprellt, hat weder das Kind noch der Sport etwas gewonnen.
In Kaulsdorf leite ich das Training für die Damen- und Herrenmannschaft und kann so direkt am Sportler ansetzten und ihnen helfen, sich zu verbessern und die Leistung zu steigern.
Für meine persönliche Leistung absolviere ich neben dem Vereinstraining regelmäßig Trainingseinheiten im Bereich Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Zum einen für die eigene Leistungsfähigkeit und zum anderen auch, um mit gutem Beispiel, vielleicht sogar als Vorbild, wenn man so will, voranzugehen. Wenn sich der Nachwuchs meinen Stammplatz ergattern möchte, muss er seine beste Leistung zeigen. Dabei helfe ich ihm gern, sich weiterzuentwickeln und voranzukommen.
Der intrinsische Rahmen für sportliche Höchstleistungen wird durch Ehrgeiz, Motivation und persönliche Ziele gesteckt. Darüber hinaus braucht es einen guten Trainer(stab). Am besten sind qualifizierte Trainer, die im besten Fall auch mal ganz oben mitgespielt haben und wissen, worauf es ankommt, sowohl technisch als auch mental. Im Mannschaftssport braucht man ein Team, auf das man sich verlassen kann und mit dem man gern Zeit verbringt. Es bedarf guter Trainingsstätten und Equipment und Wissen über die physischen Voraussetzungen, um auch präventiv gegen Verletzungen zu arbeiten. Und finanzielle Unterstützung vom Verein, vom Verband, von der Stadt sind ebenfalls wichtig.
Ob es in einer Mannschaftssportart leichter ist, Höchstleistungen zu erbringen, lässt sich pauschal nicht mit Ja oder Nein beantworten. Für die persönlichen Höchstleistungen kann es Vor- und Nachteile haben. Man kann sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen und in einen Rausch spielen, man kann aber auch ausgebremst werden, wenn es bei anderen Mitspielern nicht so gut läuft. Dann macht man sich Gedanken darüber, wie man demjenigen helfen kann und konzentriert sich weniger auf sich und kommt dadurch vielleicht nicht gut ins Spiel.
Was die Menschen an sportlichen Höchstleistungen fasziniert ist meiner Meinung nach ein Stück weit die Faszination, zu was der menschliche Körper fähig ist. Sei es einen Marathon in 2:02 Stunden zu laufen, nur mit Hilfe eines Stabes über 6 Meter hochzuspringen, die Präzision, einen Ball zu schlagen oder zu schießen oder die Fertigkeit, mit seinem eigenen Körper vermeintlich die Gesetze der Physik zu brechen. Für den Sportler, speziell den Leistungssportler ist das harte Arbeit und irgendwie normal, aber für die Fans ist das schlichtweg Wahnsinn.
Sportlichen Leistungen, die ich außerhalb meiner Sportart bewundere: Ich habe die Volleyball-WM der Männer verfolgt und mit unseren Männern mitgefiebert. Im entscheidenden letzten Vorrundenspiel konnte man sehen, dass die Männer bis zum letzten Ball gekämpft und nicht aufgegeben haben. Das fand ich sehr bewundernswert. Schade, dass es nicht belohnt wurde. Und auch unsere Leichtathleten haben Tolles geleistet, allen voran Leon Neugebauer. Er ist nach dem Schlusssprint auf der Bahn zusammengebrochen, weil er alles, was ging, aus sich herausgeholt hat und sich damit den WM-Titel mehr als verdient. Das ist Hingabe.
Nach einer erbrachten Leistung oder bei Erreichen eines Ziels empfinde ich pure Freude und Stolz, dass sich die Arbeit ausgezahlt hat und man scheinbar vieles richtig gemacht hat.
An Leistung macht Spaß, Fortschritte zu sehen, sich besser zu fühlen, besser zu werden, aber auch die eigenen Grenzen auszutesten.
Es ist schön, für seine Leistung anerkannt zu werden, das ist ebenfalls eine Bestätigung. Und es macht natürlich Spaß, wenn man eine Goldmedaille um den Hals gehängt bekommt.
Grenzen für die Leistungserbringung im Sport sehe ich vor allem in der Physis. Jeder Körper ist anders, jede muskuläre Veranlagung ist anders, der Stoffwechsel, Nährstoffverarbeitung… das sind alles Dinge, auf die man nur sehr begrenzt Einfluss hat. Man kann nur mit dem arbeiten, was uns Mutter Natur zugesteht. Und die äußeren Umstände natürlich. Jemand, der „hauptberuflich“ Sportler sein kann, hat völlig andere Möglichkeiten als diejenigen, die das „neben“ der Arbeit machen. Dabei ist Zeit ein wichtiger Faktor, aber auch die medizinische Betreuung, Trainer und Trainingsstätten und teilweise auch die finanzielle Unterstützung. Wenn man alles aus eigener Tasche bezahlten muss, kann das auch ein Einschnitt sein.
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, daher wird Leistung schon anerkannt, allerdings bei ausgewählten Sportarten. Es gibt viele Randsportarten, in denen die deutschen Nationalmannschaften sehr dominant sind, aber es gibt keine angemessene Bühne für diese Sportarten. Was man besser machen könnte, ist immer schwierig zu sagen. Eine Würdigung über den Bezirk hinaus wäre wahrscheinlich ein guter Anfang. Oder mehr politische Unterstützung finanzieller Art.
Ein Award wie der BTFB-Award ist immer eine zusätzliche und besondere Ehrung für einen Sportler, es ist eine Anerkennung dessen, was er geleistet hat und daher eine schöne wichtige Sache.
Was ich von dem Trend halte, Kindern weniger Leistung oder sportliche Vergleiche abzuverlangen, den Sport auf den Spaß zu reduzieren? Ganz ehrlich, davon bin ich kein Fan. Natürlich müssen Kinder immer unbedingt an der Bewegung Spaß haben und so muss es ihnen auch vermittelt werden. Aber man muss ihnen auch vermitteln, dass es in einem Spiel/einem Wettkampf einen Gewinner und einen Verlierer gibt und den respektvollen Umgang mit diesen Rollen. Durch den Sport lernt man so viel. Man lernt Disziplin, die Arbeit im Team bzw. das Privileg eines Teams, den Umgang mit schwierigen Situationen und dass man für etwas arbeiten muss, wenn es einem wichtig ist. Das sind alles Dinge, die man überhaupt im Leben benötigt. Es wird einem nichts geschenkt und das müssen Kinder lernen. Und ich finde, es gibt keine schönere Art, das zu lernen als durch den Sport und die Gesellschaft im Sport.
Wie sich das sportliche Leistungsstreben auf meinen Alltag auswirkt: Zum einen möchte ich in jedem Bereich neben dem Sport immer gute Leistungen und mehr bringen, mich weiterentwickeln und dazulernen. Ich denke, dass ich durch den Sport gelernt habe, gut mit Drucksituationen und kleineren und größeren Rückschlägen umzugehen, das kommt mir im Alltag sehr zugute. Zum anderen definiert der Sport sehr meinen Alltag. Ich richte nahezu alles auf die Saison, die Trainings und andere Events aus.
Der Leistungsgedanke spielt insofern eine Rolle, dass ich mich immer hinterfrage. Ist das schon das Beste, was ich hätte tun können? Kann ich mehr erreichen? Was kann ich tun, um weiterzukommen? Diese Fragen stelle ich mir öfter, mal mit mehr Nachdruck und mal mit weniger, aber der Gedanke, ob „das schon alles ist“, ist eigentlich immer da. Allein sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, bringt einen weiter.
Die beste Leistung kann man abrufen, wenn man von dem, was man tut, überzeugt ist und Freude daran hat. Wenn man etwas tut, weil man muss, ist man nicht voll dabei und das Ergebnis wird nie so gut sein. So ist es in allen Bereichen. Aber manchmal gehören eben auch Dinge dazu, die man nicht so gern macht. Sei es eine Übung, die man nicht mag oder im Beruf eine Aufgabe, die einem nicht liegt, aber es gehört halt zum Weiterkommen dazu, auch unangenehme Aspekte voll anzugehen.
Ich finde Fairness und Anerkennung sind wichtige Werte, die man lernt. Die Anerkennung nicht nur vor der eigenen Leistung, sondern auch vor der des Gegners. Wenn man verliert, heißt das nicht immer, dass man schlecht war. Manchmal war der andere auch einfach besser und das anzuerkennen, finde ich unfassbar wichtig für die persönliche Entwicklung.
Loyalität, füreinander einzustehen, da zu sein, dankbar zu sein, aber auch mal mehr zu machen, wenn der andere gerade nicht kann. Aufopferung für die Dinge, die man will, für die Ziele, die man hat. Und Akzeptanz. Wenn man mal ein Tief hat oder eine Niederlage hinnehmen muss, muss man das erstmal ohne Wenn und Aber akzeptieren. Wenn man sich gesammelt hat, geht’s weiter.
Aktuell bereite ich mich auf die bevorstehende Hallensaison vor. Das erste Teilziel ist die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft Ende Februar. Wenn das geschafft ist, können wir weitersehen. Ich versuche von Saison zu Saison zu denken, alles darüber hinaus ist gegenwärtig noch nicht relevant.
Was ich durch gute Leistungen in meinem Leben erreichen möchte: Ganz einfach gesagt möchte ich das Beste aus meinen Möglichkeiten herausholen. Solange ich kann, möchte ich sportlich auf einem hohen Niveau spielen und im besten Fall noch ein paar Medaillen einsacken. Wenn die aktive Zeit vorüber ist, wäre es schön, wenn ich den Nachwuchstalenten etwas mitgeben kann. Natürlich ist im Beruf auch immer Entwicklungspotenzial vorhanden, dieses möchte ich auch ausschöpfen und in gewisser Weise unentbehrlich werden.
Das Thema Leistungssport kann speziell im Freizeitbereich nicht immer in dem Ausmaß gelebt werden, wie man es als Sportler gerne würde. Zu dem Thema zeitlicher Aufwand kann der BTFB nicht viel einwirken, aber vielleicht wäre es aus finanzieller Sicht eine Hilfe, wenn es auf der Homepage einen Textbeitrag zu dem Thema „Sporthilfe“ gibt. Wer hat Anspruch? Wie kann man sie beantragen? Vielleicht Ansprechpartner und die entsprechende Verlinkung.
Weitere Quellenangaben / Informationen zum Artikel:
Die Fragen stellte: Gritt Ockert | Foto: Bernhard Kaiser